Wasserdichte Radschuhe mit Silikon

By | 24. Oktober 2014

Radschuhe mit Cleats haben einen entscheidenden Nachteil: Unten sind sie undicht und werden daher schnell nass. Wenn du damit rechnen musst, im Regen zu radeln, halten wasserdichte Überschuhe die Nässe von oben ab. Sobald du aber absteigst und in die erste Pfütze trittst, werden die Socken zwangsläufig nass, da das Wasser über die Öffnungen der SPD-Cleats in die Schuhe kommt.

Mavic Alpine: Für mich der perfekte Radschuh, aber undicht

Mavic Alpine: Für mich der perfekte Radschuh, aber undicht

So geschah es mit meinen Mavic Alpine – ein eigentlich toller Allround-Schuh, bei dem du die Cleats beim Laufen nicht merkst. Das Profil der Sohle macht auch gerne Wanderungen mit. Für mich der perfekte Schuh, bis auf das große Manko, dass schon bei einer feuchten Wiese es auch meine Socken sofort sind.

Die einfachste Lösung ist, ganz ohne Klickpedale zu fahren und feste Trekkingschuhe zu verwenden. Die Klickpedale sind sowieso Geschmacksache, unter den Reiseradlern scheiden sich da die Geister. Für mich aber keine Lösung, da ich den Komfort der Kombipedale auf längeren Touren nicht missen möchte. Denn du trittst einfach effizienter – Beine und Füße werden es dir danken. Wasserdichte Radschuhe gibt es natürlich, sind aber recht teuer.

Schnell verschlissen: Gewebeklebeband zum Abdichten unter SPD-Cleats

Schnell verschlissen: Gewebeklebeband zum Abdichten unter SPD-Cleats

Eine andere Lösung ist Gewebeklebeband, mit dem man die Platte im Schuh fixiert und auch an über die Sohle klebt. Dann noch einige Löcher am Gewinde für die Cleats stechen. Das Ganze hält zwar etwas länger dicht, aber nicht wirklich permanent. Das Klebeband hält an der Sohle nur begrenzt und ist bald ausgelatscht. Klebeband – sei es auch noch so robust – ist also nur eine Zwischen- oder Notlösung.

Die bislang beste Methode, Radschuhe wasserdicht zu bekommen, ist Silikon. Eine Tube zusammen mit einer Spritze kostet im Baumarkt nicht mehr als 10 Euro. Jedoch ist etwas Geschick im Umgang gefragt. Experimentiere daher ruhig etwas herum, denn das Zeug klebt derb. Bist du soweit, gehe folgendermaßen vor:

  1. Schraub die Cleats ab und nimm die Einlage aus dem Schuh heraus. Je nach Schuh wirst du auch die Schnürsenkel lockern müssen, um mit der Spritze hinterher an die Platte zu kommen. Dass der Schuh sauber sein sollte, versteht sich von selbst.
  2. Positioniere die Platte innen im Schuh dort, wo du sie brauchst. Hinterher wird sie wegen dem Silikon nicht mehr zu bewegen sein.
  3. Nun die Fummelarbeit: Spritze den ganzen Bereich um und auf der Platte mit einer Silikonschicht aus. Er sollte so dick sein, dass er hinterher mit Einlage nicht spürbar ist und daher möglichst eben sein.
  4. Mit einem dünnen Gegenstand kannst du das Silikon noch etwas verstreichen. Ich habe einen Zahnstocher genommen, mit dem ging es ganz gut. Einen alten Lappen oder Zewa solltest du dabei griffbereit haben.
  5. Warte mindestens 10 Minuten, bis die Aushärtung beginnt. Erst dann kannst du den Schuh umdrehen und an der Sohle arbeiten.
  6. An der Sohle soll eigentlich nur noch das Gewinde frei bleiben. Alles drum rum füllst du auch mit Silikon.
  7. Das Gleiche nun nur noch mit dem anderen Schuh. Da du nun geübter bist, passieren dir die Fehler vom ersten Schuh nicht mehr 😉
  8. Als Faustregel für die Trockendauer kannst du einen Tag pro Millimeter an Silikonschicht rechnen. Ich habe einige Tage verstreichen lassen, bevor ich die Einlage wieder eingesetzt und die Cleats wieder aufgeschraubt habe.
Silikon an der Sohle: Frei sind nur noch die Schraubgewinde

Silikon an der Sohle: Frei sind nur noch die Schraubgewinde

Silikon innen: Die Platte ist nun fix

Silikon innen: Die Platte ist nun fix

Nachdem mit Silikon alles abgedichtet ist, lässt sich die Platte nicht mehr bewegen! Diese ist jedoch auch ein Verschleißteil, wie eben die Cleats auch. Sollte sich wider erwarten der ganze Schuh länger halten als die Schraubkomponenten und musst diese austauschen, darfst du das Silikon wegkratzen und neu verspritzen.

Disclaimer:

Der Langzeittest steht auch bei mir noch aus. Meine Silikon-getunten Schuhe konnte ich bislang nur auf kurzen und trockenen Tagestouren testen. Erste Schritte durch Pfützen aber machten nicht gleich meine Socken nass. Der Schuh scheint also wasserdicht zu sein – juhu! Auch das Silikon kann sich an der Sohle ablösen. Ich rechne nicht damit, dass es eine Dichtung für die Ewigkeit ist. Das ist ein viel beanspruchter Radschuh aber auch nicht. Zudem kann ich ja leicht nachspritzen.

Wie auch immer sich das Silikon bewähren wird (oder auch nicht), werde ich hier schildern. Hast du ähnliche oder andere Erfahrungen gemacht, mit dem Abdichten oder wasserdichten Radschuhen, freue ich mich über einen Kommentar.

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